Regelmäßig impfen
Impfen: Wissen Sie Bescheid?
Impfen bietet guten Schutz gegen Infektionskrankheiten. Hier erfahren Sie, was im Körper bei einer Impfung passiert. Außerdem: Was ist dran an hartnäckigen Vorurteilen gegen das Impfen?
So funktioniert eine Impfung
Unser Immunsystem ist intelligent: Dringen Krankheitserreger ein, entwickelt es körpereigene Abwehrstoffe und bekämpft die Eindringlinge. Dabei entstehen „Gedächtniszellen“: Bei einer erneuten Infektion erkennt das Immunsystem die Erreger wieder und setzt seine Antikörper ein. Die Krankheit bricht gar nicht erst aus.
Impfen macht immun
Bei einer Impfung passiert genau das: Der Impfstoff macht das Immunsystem mit neuen Erregern bekannt, sodass eine körpereigene Abwehr entwickelt werden kann. Manche Impfungen werden in mehreren Schritten durchgeführt oder müssen nach einer bestimmten Zeit aufgefrischt werden; andere bleiben lebenslang wirksam.
Impfmythen auf der Spur
Gegen das Impfen gibt es nach wie vor viele Vorurteile. Was steckt dahinter?
- Die Wirksamkeit von Impfungen ist nicht belegt. Grundsätzlich werden Impfstoffe nur dann zugelassen, wenn das Verhältnis von Nutzen und Risiko stimmt. Ein Beispiel, das die Wirksamkeit zeigt: Das Vorkommen von Kinderlähmung sank nach Einführung der Schluckimpfung von 4.700 Fällen im Jahr 1961 auf weniger als 50 Fälle im Jahr 1965. Ähnlich eindrucksvolle Zahlen gibt es für andere gefährliche Infektionskrankheiten.
- Trotz Impfung besteht ein Krankheitsrisiko. Kein Medikament hilft allen Menschen gleich gut, dasselbe trifft auf Impfstoffe zu. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit einer Infektionskrankheit anzustecken, lässt sich durch Impfen aber deutlich reduzieren. Beispiel: Statistisch beträgt das Risiko, an Masern zu erkranken bei Ungeimpften 97–98 Prozent, bei Geimpften nur 2–3 Prozent.
- Das Durchmachen von Kinderkrankheiten schützt besser als Impfen. Dafür gibt es keine Belege. Impfen trainiert das Immunsystem, außerdem können Kinder durch schwere Infektionskrankheiten in ihrer Entwicklung zurückgeworfen werden. Eine durch Masern hervorgerufene Hirnentzündung trifft zum Beispiel eines von 1.000 ungeimpften Kindern. Unter geimpften Kindern liegt die Wahrscheinlichkeit bei eins zu einer Million.
- Impfen hat viele Nebenwirkungen. Eine Impfung kann in seltenen Fällen zu vorübergehenden Reaktionen wie Fieber, Kopfschmerzen oder Übelkeit führen. Debattiert wird, ob zum Beispiel der Mumps-Masern-Röteln-Impfstoff Darmbeschwerden und Autismus auslösen kann. Dies ist nicht erwiesen. Fakt ist: Das Risiko für einen Impfschaden ist deutlich geringer, als ungeimpft krank zu werden und Komplikationen zu erleiden.
- Viele Krankheiten sind ausgerottet, dagegen muss man nicht impfen. Beispiel Kinderlähmung: Die Infektion kommt in Deutschland aufgrund langjähriger Impfprogramme nur noch sehr selten vor. Das ist aber nicht in allen Ländern so. Urlauber können die Krankheit wieder einschleppen.